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18-07-2019

Alles, was Sie über zusätzliche Prüfungen und Zertifikate wissen müssen

Hein Boer,
Van Leeuwen Pipe and Tube, Zwijndrecht, Niederlande

Die von Van Leeuwen vertriebenen Produkte sind untrennbar mit Zertifizierungen verbunden. Wie läuft dieser Prozess ab? Was müssen Sie als Kunde wissen? Welche Zertifikate und zusätzlichen Prüfungen werden durchgeführt? Welche Zertifizierungsstellen sind beteiligt? In diesem Blogbeitrag beantwortet QA/QC-Manager Hein Boer diese und weitere Fragen.

Die Van Leeuwen Tube and Pipe Group ist nach ISO 9001:2015 UKAS zertifiziert. Als QA/QC-Manager (Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle) ist es meine Aufgabe, sicherzustellen, dass wir als Unternehmen unsere internen Prozesse einhalten und uns kontinuierlich verbessern.

Van Leeuwen liefert Produkte (Rohre, Fittings oder Flansche), die nach sogenannten Fertigungsstandards hergestellt werden. Diese Standards dienen dazu, dass die beteiligten Parteien (Hersteller, Lieferant und Kunde) die spezifischen Produktanforderungen vereinbaren können. Um nachzuweisen, dass das Produkt gemäß dem Fertigungsstandards hergestellt wurde, stellt der Hersteller ein Materialzertifikat aus.

Der Hersteller kann das Zertifikat je nach Anwendungsbereich des Produkts in verschiedenen Formen ausstellen. Unabhängig von der Form muss das Zertifikat jedoch den Richtlinien der Norm EN 10204 entsprechen. Welche Zertifikate unsere Hersteller verwenden, erfahren Sie auf unserer Website.

Verschiedene Standards

Wir beschaffen unsere Produkte nach technischen Normen. Diese Normen haben ihren Ursprung in der Geschichte und wurden weltweit regional entwickelt. In den Vereinigten Staaten gibt es beispielsweise das API (American Petroleum Institute) und die ASTM (American Society of Testing Materials), während in Europa die Euronorm (EN) gilt, die wiederum auf verschiedenen nationalen Normen wie dem deutschen DIN (Deutsche Industrienorm), dem BS (British Standard) und der AFNOR (Association Française de Normalisation) basiert.

Neben technischen Normen spielen je nach Anwendungsbereich des Produkts auch lokale Vorschriften eine Rolle. Beispielsweise können die europäische Druckgeräterichtlinie (PED), die britische Druckgeräteverordnung (PER) oder die amerikanische Norm ASME (American Society of Mechanical Engineers) zusätzliche Zertifizierungen erfordern.

Bei Van Leeuweninvestieren wir viel Zeit und Energie in die Erstellung der Produktspezifikationen für unsere Lagerartikel. Anhand dieser Spezifikationen kaufen wir unsere Materialien ein. Die soeben erwähnten technischen Normen sind unser wichtigster Ausgangspunkt.

Zusätzliche Anforderungen

Neben der Einhaltung der üblichen technischen Normen wünschen manche Kunden zusätzliche Prüfungen ihrer Produkte. Diese Prüfungen können wir durchführen. Bei Lagerartikeln wird ein Rohrstück, Formstück oder Flansch von einem akkreditierten Labor zerstörend geprüft. Die Prüfung kann von einer unabhängigen Prüfstelle begleitet werden und erfolgt nach Kundenwunsch.

Wenn der Kunde eine Qualität verlangt, die stark von den üblichen Materialanforderungen abweicht, berät Van Leeuwen welches Qualitätsmaterial diese Anforderungen erfüllen könnte.

Aktualisierung von Materialien und Zertifikaten

Leider wird der Begriff „3.2-Upgrade“ im Geschäftsjargon oft falsch verwendet. Dieses Upgrade ist für bereits lagernde Materialien eines Händlers nicht möglich! Ein 3.2-Zertifikat kann nur vom Hersteller zum Zeitpunkt der Fertigung und ausschließlich unter Aufsicht einer unabhängigen Stelle wie Lloyds, Bureau Veritas, Det Norske Veritas oder Germanische Lloyds ausgestellt werden. Diese Organisationen werden auch als NoBos (Benannte Stellen) bezeichnet. Lagerartikel, die mit einem 3.1-Zertifikat erworben wurden, können auf ein sogenanntes 3.1-Zertifikat mit zusätzlichen Prüfungen aufgerüstet werden. Dieses 3.1+-Upgrade bedeutet, dass die in der Norm beschriebenen mechanischen Prüfungen wiederholt werden. Diese Prüfungen können Zug-, Schlag- oder Härteprüfungen umfassen. Die Prüfergebnisse werden dem Kunden zusätzlich zum 3.1-Zertifikat zur Verfügung gestellt. Eine Übersicht über gängige mechanische Prüfungen finden Sie auf unserer Website.

Wir haben auch Materialien mit einem 3.2-Zertifikat auf Lager. Diese bestellen wir direkt beim Hersteller und lassen sie von einer unabhängigen Prüfstelle testen. Als Prüfabteilung dürfen wir keine zusätzlichen Prüfungen in eigener Regie durchführen. Solche Prüfungen müssen stets von unabhängigen Prüfstellen durchgeführt werden.

Industrielle oder maritime Anwendung?

Werkstoffe für industrielle Anwendungen werden gemäß den oben genannten Normen geprüft. Sollen die Werkstoffe jedoch im maritimen Bereich, beispielsweise im Schiffbau, eingesetzt werden, müssen spezielle Richtlinien befolgt werden.

1) Der Hersteller benötigt die Zulassung einer unabhängigen Behörde, um das betreffende Produkt in der geforderten Qualität herzustellen. Eine Liste zugelassener Hersteller (Approved Manufacturer List, AML) ist auf den Webseiten dieser Behörden verfügbar.

2) Die „Regeln“ legen fest, welche Prüfungen das Produkt bestehen muss. Die vorgesehene Anwendung des Materials ist entscheidend für die Auswahl der durchzuführenden Prüfungen; Van Leeuwen kann daher das Ergebnis nicht im Voraus bestimmen. Die unabhängige Prüfstelle legt die Prüfkriterien auf Grundlage der Anwendung des Produkts auf dem betreffenden Schiff fest. Die Versicherung des Schiffes erfolgt auf Basis des vollständigen Prüfberichts (Datenbuch).

Neben den Materialprüfungen werden interne und externe Inspektionen unter der Aufsicht von Van Leeuwen oder von unabhängigen, vom Kunden ausgewählten Agenturen durchgeführt.